Atemschutzmasken - Welche gibt's und wovor schützen sie?
März 2020

Atemschutzmasken - Welche gibt's und wovor schützen sie?

Dass Atemschutz eine wichtige Sache ist, dürfte den meisten inzwischen klar sein. Allerdings ist die Anwendung ab und an noch ein Problem. Es gibt so viele unterschiedliche Arten von Masken und Filtern, dass es schwierig scheint, den Überblick darüber zu behalten, wann man welche Maske benutzt. Wir haben einen Blick auf Atemschutzmasken der FFP-Klassen geworfen und geschaut, vor welchen Stoffen sie schützen.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Atemschutzmasken: Vollmasken, die das gesamte Gesicht bedecken; Halbmasken, die Nase und Mund abschirmen sowie Helme, welche um den gesamten Kopf herumreichen. Die Masken selbst schützen allerdings noch nicht vor den Gefahrenstoffen – sie werden mit Filtern unterstützt. Dabei gibt es Filter für Partikel und Filter für Gase und Dämpfe.

Die FFP-Klassen beziehen sich auf partikelfilternde Atemschutzmasken (englisch: filtering face piece, FFP), welche vor lungengängigem Staub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (nicht zu verwechseln mit Gasen oder Dämpfen!) schützen. Die Masken bedecken dabei Nase und Mund und gehören so zu den Halbmasken. Sie werden aus Gummi oder Silikon gefertigt und durch verschiedene Filtermaterialien ergänzt. An Arbeitsplätzen, die die maximale Arbeitsplatz-Konzentration von gesundheitsgefährdenden Stoffen (MAK) überschreiten, ist der Einsatz von diesen Masken verpflichtend.

Klassifikation von Atemschutzmasken mit Partikelfiltern

Die FFP-Masken unterscheiden sich in drei Stufen, hinsichtlich ihrer Gesamtleckage – der Filterdurchlass an Gesicht und Nase – und der Filterung von Partikelgrößen bis zu 0,6 μm. Daraus resultiert der Schutz vor unterschiedlich hohen Konzentration von Schadstoffen.

FFP-1

Diese Masken schützen vor Verunreinigung der Atemwege und vor Geruchsbelastungen. Sie dürfen nur bei einer Gesamtleckage von maximal 25% und einer höchstens 4-fachen MAK-Überschreitung eingesetzt werden. Das bedeutet, dass die Partikel ungiftig sind und maximal die Atemwege reizen. Dazu gehören zum Beispiel Zellulose, Mineralöle, Mehle, oder Baumwolle. FFP-1-Masken werden somit vor allem in der Textil- und Lebensmittelindustrie eingesetzt.

FFP-2

Beträgt die Gesamtleckage maximal 11% und liegt eine MAK-Überschreitung von höchstens dem Zehnfachen vor, so sind die Masken geeignet, Schutz vor festen und flüssigen Stäuben, Rauch und Aerosolen zu gewähren. Dies sind alles gesundheitsschädliche Stoffe, welche kurzfristig die Atemwege reizen, langfristig aber die Elastizität des Lungengewebes verringern. Dazu gehören Beton-, Zement- und Gipsstaub, Weichhölzer, feine Farb- und Harzteilchen und Kunststoffe, aber auch Smog und Allergene (Pollen) sowie Viren (SARS, MERS und das neue COVID-19) und Bakterien (Tuberkulose). Die FFP-2-Masken werden darum also in der Industrie, bei der Automobilherstellung, im Bauwesen aber auch bei der Holzbearbeitung und im Gesundheitswesen getragen.

FFP-3

Bei dieser Schutzklasse werden Partikel abgehalten, die gesundheitsschädlich und giftig sind. Die Schadstoffe sind meist krebserregend oder sogar radioaktiv, außerdem können auch Viren, Bakterien und Sporen abgehalten werden. Dazu darf die Gesamtleckage nur höchstens 5% betragen und die MAK-Überschreitung maximal 30-fach hoch sein. Zu diesen besonders schädlichen Partikeln zählen Asbestfasern (Konzentration von unter 1 Faser/cm3/h), Staub von Stein- und Glaswolle, Blei, Harthölzern oder Schimmel. Somit wird besonders im Bau- oder auch Gesundheitswesen mit diesen Atemschutzmasken gearbeitet, auch in der Industrie oder bei der Holz- und Metallbearbeitung kommen sie zum Einsatz.