Hat die Psyche einen Einfluss auf die trockenen Augen
April 2021

Hat die Psyche einen Einfluss auf die trockenen Augen

Trockenen Augen sind eine mühsame Sache und können mitunter auf die Psyche schlagen. Aber kann die Psyche der Auslöser für die trockenen Augen sein. Neue Erkenntnisse bestätigen diese Hypothese.

Wir weinen, wenn wir traurig sind, und manchmal auch vor Freude. Weht uns der Wind ein Sandkorn ins Auge, fließen unwillkürlich die Tränen. Und gegen Keime enthalten sie sogar noch Abwehrstoffe. Tränen erfüllen vielfältige Aufgaben, ihre Produktion folgt einem komplexen neuronalen und humoralen Zusammenspiel. Es sorgt dafür, dass je nach Anlass nicht nur die gebildete Menge an Flüssigkeit stimmt, sondern auch ihre Zusammensetzung.

Seelische Belastung wirkt auf das autonome System

Beim trockenen Auge verändert sich der Tränenfilm so, dass die Immunantwort gestört wird und sich das Auge entzündet. Die Ursache muss nicht rein organisch sein. Wenn Emotionen Tränen auslösen können – warum dann nicht auch das Gegenteil? Schliesslich stören seelische Belastungen die autonome Kontrolle. In Studien konnte ausserdem gezeigt werden, dass die Betroffenen vermehrt zu Depressionen neigen.

Die Frage ist, ob das trockene Auge dabei Auslöser oder Folge ist. Zwar sei der Kreis aus immunologischer Störung, neuronaler Beeinträchtigung und psychischer Auffälligkeit in sich geschlossen und kann jedoch an jeder Stelle mit demselben Effekt beeinflusst werden. Trotzdem ist es für Augenärzte wichtig zu wissen, ob psychischer Stress ein Trockenes Auge ausgelöst hat. Allen voran, um eine wirkungsvolle Therapie einleiten zu können.

Egal, ob direkter oder indirekter Effekt: Die Psyche sollte man gleichberechtigt in die therapeutischen Überlegungen mit einbeziehen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dies gilt insbesondere, wenn man bereits alle üblichen Optionen ausgeschöpft habe.

Je nach Ausprägung kann man den Patienten dann zum Beispiel mit Akupunktur, autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung unterstützen bzw. ihnen eine Psychotherapie empfehlen.

Quelle: Screen Erb C. Z prakt Augenheilkd 2021; 42: 27-31