Mehr Augenunfälle wegen Corona
Oktober 2020

Mehr Augenunfälle wegen Corona

Die häufigsten Gesichtsverletzungen betreffen die Augen. Alle fünf Minuten registriert die Suva einen arbeitsbedingten Unfall mit Augenverletzung. Doch aufgrund der Coronapandemie mehren sich die Augenunfälle im privaten Rahmen.

Eine kurze Unaufmerksamkeit oder eine fehlende Schutzbrille im entscheidenden Moment können das Augenlicht ruinieren oder beeinträchtigen. Für immer. Die Zahl der Augenverletzungen hat in den letzten Jahren zwar abgenommen dank verbesserter Sicherheitskultur und konsequenterem Tragen der Schutzbrille. Trotzdem registriert die Suva jährlich 36 000 Unfälle mit Augenverletzungen als Hauptdiagnose. Gemäss SUVA passieren drei Viertel davon am Arbeitsplatz (rund 27 500), wo bei Routinearbeiten wie Fräsen, Schleifen oder Schweissen Fremdkörper ins Auge gelangen, die restlichen Unfälle geschehen in der Freizeit. Doch aufgrund der weltweiten Coronapandemie hat sich die Zahl der Augenunfälle zuhause drastisch erhöht. Grund dafür sind sog. Do-it-yourself (DIY)-Unfälle. Vielfach werden Arbeiten nun selber erledigt, häufig leider ohne entsprechende Schutzmassnahmen und Erfahrung.

Kleine Teilchen, grosse Schmerzen

Staub, Späne, Sand oder Steinchen: Wir alle kennen das unangenehme Gefühl, etwas im Auge zu haben. Fremdkörper auf der Bindehaut oder der Hornhaut sind meist leicht zu entfernen – ohne bleibende Schäden. Gefährlich sind zum Beispiel oberflächliche Verletzungen durch Flüssigkeiten, die ins Auge gelangen und es verätzen können. In solchen Fällen sollten die Augen sofort und gründlich ausgespült werden, um schwere Folgeschäden zu verhindern.

Ebenfalls heikel sind Verletzungen, bei denen ein Fremdkörper wuchtig in das Auge eindringt und Schäden im Inneren anrichtet. Hier muss man möglichst rasch eingreifen, da der Fremdkörper die Augenstruktur verletzen und Infektionen im Augeninneren verursachen kann. Auch Augenprellungen durch einen stumpfen Schlag können bis zur Erblindung führen. Dank der Mikrochirurgie kann das Auge, das auf nur etwa drei Zentimetern Durchmesser sehr viele komplexe Strukturen enthält, oft gut behandelt werden. Im schlimmsten Fall allerdings könne es vorkommen, dass man ein völlig erblindetes Auge entfernen und durch eine Augenprothese ersetzen müsse.

Augen auf beim Augenschutz!

Um Augenverletzungen zu verhindern, gibt es Schutzbrillen, die zur persönlichen Schutzausrüstung gehören sollten. Wichtig bei der Wahl der Schutzbrille sind Benutzerfreundlichkeit, Passform und Funktionalität. Gerade Heimwerkler sind sich oft noch nicht gewohnt, eine Schutzbrille zu tragen. Aber sie gehört vom ersten Tag an auf die Nase. Der Preis, den Betroffene bei Augenverletzungen zahlen müssen, kann ungleich hoch sein: Es geht ums Augenlicht!